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„Warum machst du das alles noch mit? Siehst du selbst nicht, wie schlecht es dir geht?“
„Schon, aber…“ Und so erfinde ich immer neue Ausreden, meistens vor mir selbst.
Es war doch mal so schön, wir haben uns nun schon so lange, wir haben den gleichen Freundeskreis, wir haben noch so viele Pläne, man kann sich seine Gefühle eben nicht aussuchen.
Und so bleibe ich dabei, bleibe in dieser unglücklichen Lebenssituation, während ich zu verdrängen versuche, wie sehr mich die Beziehung bzw. die Freundschaft zu dieser Person in meinem Glück, meiner Selbstentfaltung einschränkt.
Das einzusehen ist schwer, denn selbst, wenn man diese Momente hat, in denen alles ganz deutlich scheint, weiß man nicht, wie man daraus kommt, man sieht wieder die Folgen, die eine Trennung mit sich zieht; sieht, wie kompliziert alles ist und so schluckte ich die Probleme immer hinunter.

Eine Beziehung, die ungesund ist, die einen dazu verleitet, sich zu verbiegen, sich kaputt zu machen, nur um eben diese Beziehung aufrecht zu erhalten. Durch die man sich nur noch schlecht fühlt und sich selbst belügt.
Ich konnte irgendwann keine eigene Meinung mehr äußern, wurde nur runtergemacht, konnte Sorgen nicht mehr teilen, war eigentlich einsamer denn je. Das Einzige, das uns noch verband, war das Lachen, der Spaß, die Witze, für die ich lange nichts mehr übrig hatte, aber beibehielt, damit es wenigstens diese eine Sache gab.

Irgendwann ist der Zeitpunkt längst überfällig, an dem man sich von einer ungesunden Beziehung trennen muss. Und auch, wenn es kompliziert ist, wenn noch mehr als nur eine Person drin hängen, wenn man danach erst mal allein sein könnte und nicht weiter weiß, so ist es das wert, denn diese Lücke, wo vorher die andere Person war, die hat Platz für Neues. Neue Lebenspläne, deren Verwirklichung man selbst in die Hand nimmt. Zeit für sich selbst und Zeit für neue Personen.

Und mir selbst wurde erst im Nachhinein wirklich klar, wie sehr mich diese ganze Sache in meinem Glück zurückgehalten hat.
Plötzlich traf ich alle möglichen Menschen, hatte richtig viel Spaß, hab mich so gut wie lange nicht gefühlt, so unbeschwert. Und alle die Personen, die im gleichen Freundeskreis waren, um deren Freundschaft ich Angst hatte, waren mir plötzliche egal, als ich feststellen musste, dass sie mir nicht so wichtig sind, dass ich mein Glück dafür liegen lasse und als ich feststellen musste, dass sie mich kein bisschen kannten; nur auf eine Weise, auf die ich mich selbst nicht mehr mochte.
Trotz langem Schmerz und Monaten der Überlegung, in denen mir klar war, worauf es hinaus laufen musste, ließ ich dann von einem Tag auf den nächsten alles hinter mir, brach Freundschaft und Kontakt zu allen möglichen Personen ab und konzentrierte mich auf mich selbst, reiste allein los und sah endlich klar vor mir, welche Personen mir wirklich etwas bedeuteten. Ich entwickelte voller Glück neue Lebenspläne und heute bereue ich meine Entscheidung nicht.

Ich selbst brauchte leider jemanden, der mir die Augen öffnete und mir klar machte, wie dämlich es wäre, auch nur einen Tag länger in meinem Unglück stecken zu bleiben; der mich zu neuer Lebenslust inspirierte.

Niemand sollte an ungesunden Beziehungen festhalten, sondern sich selbst verwirklichen, vielleicht ist dieses Leben die einzige Chance.

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Outfit:
Kleid:H&M
Top: H&M
Schuhe: H&M

5 Comments

  • Daniel Bär 15. August 2017 at 6:44

    Danke für Deinen Artikel. Er trifft den Nagel auf den Kopf. Letztens bin ich mal in mich gegangen und habe ich einen Rundumschlag bei Facebook gemacht.

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  • Rebecca Miriam 20. August 2017 at 17:59

    Ich sende dir ganz viel Liebe Maikie <3
    Und tolles Outfit!

    xx, rebecca
    rbcmrm.blogspot.de

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  • Vivi 24. August 2017 at 16:42

    Dass hast du wunderbar geschrieben !
    Wirklich klasse Maikie- freut mich, dass es dir jetzt besser geht <3

    Liebste Grüße,
    Vivi
    Vanillaholica.com

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  • Anne 30. August 2017 at 22:10

    Danke für diese Portion Selbstbewusstsein und Mut!
    Liebe Grüße Anne
    https://trustyourgut1.blogspot.de/

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  • Elisabeth-Amalie 15. November 2017 at 10:26

    Ich mag deinen Blog echt gern und du bist eine tolle Persönlichkeit, wirkst sehr sympathisch. Vor allem finde ich, dass dir die kurzen Haare total gut stehen! Sehr hübsch. 🙂

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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